Wenn selbst Kuranyi viermal klingelt…

Es gab schon schlechtere Einstände, als den, den das Duo Büskens-Mulder gegen Energie Cottbus hinlegte. Ein 5:0 ist für den Anfang ganz nett, trotzdem wäre Schalke gut beraten, den Sieg über die Lausitzer nicht allzu hoch zu bewerten. Denn das Ergebnis entspringt eher nicht der Qualität der Königsblauen, sonder der desolaten Leistung der Gäste.
Die Abwehr der Cottbuser wackelt immer dann, wenn sie ein frühes Tor kassiert. Dann strahlt das Innenverteidiger-Pärchen Mitreski und Cvitanovic soviel Ruhe aus wie ihre knallorangen Trikots. Die beiden Außenverteidiger da Silva und Ziebig, selbst wahrlich keine Ballzauberer, lassen sich dann meist von ihren Nebenmännern infizieren. Und der Rest der Mannschaft scheint zu resignieren, ob der Löchrigkeit der eigenen Abwehr. Der lange verletzte Mariusz Kukielka wird deswegen herbeigesehnt in der Lausitz, kann er doch an guten Tagen zum Turm in der Abwehrschlacht werden.
Der beste Beleg für das Nichtvorhandensein einer Defensive sind vier Treffer eines Kevin Kuranyi. Tore schießen leicht gemacht – da trifft selbst er.

 

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Was lehrt uns eigentlich der 29. Spieltag

Hertha-Hamburg 0:0
Stevens-Fußball sieht eigentlich nie schön aus. Favre-Fußball manchmal schon, an diesem Tag aber nicht. So wurden über 40.000 Menschen wertvolle Lebenszeit gestohlen.

Wolfsburg-Bochum 0:1
Für einen Tunnel bei der eigenen einzigen Chance in der 88. muss man einfach mit drei Punkten belohnt werden.

Schalke-Cottbus 5:0
Stolper-Kevin mit vier Toren, ich zweifele an der Welt.

Rostock-Bremen 1:2
Das Interview-Monster Frings ist zurück und trifft recht schön. Sein euphorischer Kommentar: „Man hält halt drauf.“

Stuttgart-Nürnberg 3:0
Der Club steigt ab.

Duisburg-Karlsruhe 0:1
Der MSV auch.

Bielefeld-Leverkusen 1:0
Wenige Teams haben soviel Potenzial wie Bayer, kaum eines macht so wenig daraus. Wenn Susi Skibbe nicht durchgreifen kann, soll er doch bitte gehen, zum Wohle des deutschen Fußballs.

Dortmund-Hannover 1:3
Dortmund hat einen Lauf. Doll!

Frankfurt-Bayern 1:3
Wohl selten hat sich ein Team den Titel so verdient wie die Bayern in diesem Jahr. Auch wenn es schwerfällt, danke FC Bayern für tolle Spiele.

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Was lehrt uns eigentlich der 28. Spieltag?

Nürnberg-Wolfsburg abgebr.
Die lächerlichste Schiedsrichter-Entscheidung der Saison könnte Nürnberg zum großen Verlierer des Spieltags machen.

Bremen-Schalke 5:1
So schön kann Bundesliga-Fußball sein. Und Ivan Klasnic ist einfach ne coole Sau.

Karlsruhe-Rostock 1:2
Dusselige Karlsruher machen das Abstiegsrennen spannender denn je.

Bochum-Hertha 1:1
Holzer Simunic schubts seine Mannschaft zum Auswärtspunkt.

Hamburg-Duisburg 0:1
siehe Karlsruhe-Rostock und setzte für Karlsruher das Wort Hamburger ein

Hannover-Frankfurt 2:1
Tja, in Unterzahl…

Cottbus-Bielefeld 1:0
Vereinsrekord für Energie, trotzdem stecken sie noch immer im tief Abstiegskampf, verrückt.

Bayern-Dortmund 5:0
Glückwunsch zur verdienten Meisterschaft.

Leverkusen-Stuttgart 3:0
Adler machte den Unterschied im Duell der unberechenbarsten Mannschaften der Liga.

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Gebt den Ultras ein Zuhause!

Viel Unverständnis in der Presselandschaft ernten die Aktionen der Nürnberg-Fans am vergangenen Wochenende in Frankfurt. Der DFB nimmt gar die „friedlichen“ Fans in die Pflicht.
Leider gibt es vor lauter Aufregung keine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema. Stattdessen werden sogenannte Ultras in Sippenhaft genommen und düster italienische Zustände an die Wand gemalt.

Wer diesen sogenannten Ausschreitungen auf den Grund gehen will, muss sich die Seele der Ultras anschauen. Sie sehen sich als letzte, wahre Fans, die anderen sind nur passive Konsumenten. Und tatsächlich wäre ohne sie in den meisten Bundesliga-Stadien tote Hose. Sie stellen das Gros der Auswärtsfahrer und verantworten fast alle Choreographien und neue Stadionsongs. Trotzdem haben sie das Gefühl, nicht als das akzeptiert zu werden, was sie sind: Fanatiker, die ihren Verein über alles lieben. Während ihre Lieder vom Stadion-TV übertönt werden, werden die aufwändigen Choreographien gar nicht erst ins Fernsehbild gerückt. Das erzeugt Frust.
Wer den Ultras nun ein Zuhause, eine friedliche Plattform gibt, die sie kreativ nutzen können, der könnte Zwischenfälle wie in Frankfurt verhindern. Ob das nun Choreographie-Wettbewerbe oder kontrollierte Pyrotechnik-Shows sind, die es in der Vergangenheit in Deutschland sogar gab und im Ausland immer noch gibt, ist egal. Das wichtigste ist, den engagierten Fans das Signal zu geben, ihr Einsatz werde in irgendeiner Form honoriert. Sonst suchen sich die Jungs ein Ventil, wie in Frankfurt.

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Was lehrt uns eigentlich der 26. Spieltag?

Rostock-Wolfsburg 0:1
Man kann ein ganzes Spiel über großartig halten, wenn man in der Nachspielzeit das Gegentor durch die Beine geschoben bekommt, war es kein schöner Tag.

Nürnberg-Bayern 1:1
Oli Kahn heldenhaft gegen Koller und Wolf. Podolski heldenhaft gegen Hitzfeld, Hoeneß und Klose.

Bochum-Dortmund 3:3
Abwehrfehler sind ärgerlich für Fußballlehrer, unterhaltsam für Fußballschauer.

Bremen-Duisburg 1:2
Hat jemand Werder gesehen?

Karlsruhe-Schalke 0:0
Mike Franz war brav, das Spiel auch, gähn.

Hamburg-Bielefeld 1:1
David Jarolim gibt der Diskussion über Homosexualität im Fußball neue Nahrung.

Leverkusen-Frankfurt 0:2
Was kann dem deutschen Fußball schlimmeres passieren, als Funkels Rumpeltruppe auf europäischer Bühne?

Cottbus-Hertha 2:1
In immer kürzeren Abständen sendet der Fußball-Osten Lebenszeichen aus. Ich warte auf einen regelmäßigen Herzschlag.

Hannover-Stuttgart 0:0
War was?

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Zwei Titanen

Neben drei Biathletinnen, einem mäßig witzigen Kurt Krömer, den irgendwie schmollend blickenden Söhnen von Uwe Ochsenknecht, Opern-Diva Rolando Villazon, und der irgendwie gar nicht so unsympathisch-wie-man-hofft-wirkenden Paris Hilton, waren zwei Titanen zu Gast bei Gottschalks „Wetten, dass?!“.

Titan Nr. 1, Oliver Kahn, verriet, dass er gegen Nürnberg besonders motiviert war, um nicht wieder als Verlierer auf der Couch der Eitelkeiten sitzen zu müssen. Und tatsächlich, ein paar Stunden zuvor rettete er mit einem beängstigenden Reflex gegen Koller und flink wie ein badisches Reh gegen Andreas Wolf.
Titan Nr. 2, ein kleiner Junge, dessen Name mir leider entfallen ist. Er warf mit Dartpfeilen auf eine hölzerne Kletterwand, um mit Hilfe der Pfeile dann nach oben zu steigen. Nach zwei Abrutschern und einem Stolperer mit fünf Pfeilen in der Hand, flog der Kleine in einem Kraftakt die Wand empor. Nur der erfolgsgeile, dauer-coachende Vater hat etwas genervt. Aber so ging es früher im Hause Kahn wohl auch zu.

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Ich weiß nicht, was soll es bedeuten

Wenn viele Spieler eines Vereins auch Nationalspieler sind, ist das erstmal grundsätzlich ein gutes Zeichen. Die können also was, bedeutet das ja meist. Selbst in eine bulgarische, mazedonische oder chinesische Nationalmannschaft muss man sich erstmal reinspielen. Für den Verein ist die Mehrfachbelastung natürlich ärgerlich. Die Spieler sind erschöpft oder gar verletzt. Doch wie steht es eigentlich um die Psyche der Profis nach einem Länderspieleinsatz? Was lassen die Ergebnisse der letzten Tage für die Bundesliga erwarten?

Der gemeine Fan zittert und googelt krampfhaft die Freundschaftsspiel-Ergebnisse seiner Lieblinge. Energie Cottbus, in Bezug auf Ballung von Nationalspielern eigentlich eher unverdächtig, schickten auch drei Spieler auf Reisen. Mit höchst unterschiedlichen Ergebnissen:

1. Stanislav Angelov (Bulgarien): Gewann 2:1 gegen Finnland. Ist das nun gut oder schlecht? Kann er sich nach diesem Sensationssieg noch für das Spiel am Sonntag gegen die Hertha motivieren? Oder hat er nun erst recht Siegesblut geleckt?

2. Igor Mitreski (Mazedonien): Holte ein 2:2 in Bosnien und in Herzegowina. Ob Abwehrspieler Mitreski an den bosnisch-herzegowinischen Toren Schuld war, konnte ich noch nicht herausfinden. Der Spielbericht ist auf dem Weg zum Slawisten meines Vertrauens.

3. Jiayi Shao (China): Bis jetzt holte er sich in seinem Heimatland stets Selbstvertrauen. Am Dienstag gegen Australien verschoss der chinesische Superstar in der 88. Minute einen Elfmeter beim Stand von 0:0. Das wichtige WM-Qualifikationsspiel endete unentschieden. Shao verschenkte zwei Punkte, und wird leicht zerknautscht den Rückweg Kunming-Cottbus antreten. Über seinen Fehlschuss darf er wohl noch etwas länger nachdenken, Shao stand im September das letzte Mal in der Cottbuser Startelf.

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