Archiv der Kategorie: Politics

Ungeduld

Die Lokführer wollen wieder streiken. Diesmal richtig. Gibt es in den nächsten Tagen keine Einigung, soll es zu einem Dauerstreik kommen. Wie der genau aussieht vermag zwar niemand zu sagen, alleine das Wort macht aber schon mächtig was her.
Prompt schwärmen wieder Medienvertreter aus und berichten von Fahrgästen, die zwar noch Verständnis für die Arbeitsniederlegungen haben, deren Einsicht aber bald ins Gegenteil drehen könnte. Dann wären die Lokführer endlich die bösen Buben, die mit ihren maßlosen Forderungen der deutschen Volkswirtschaft täglich 25 Mio EUR Schaden zufügen.
Warum aber dreht man den Spieß nicht um? Warum schlägt man nicht auf die Bahn ein, die mit ihrem Sturkopf Mehdorn und der glatten Personalchefin Suckale, die Lokführer erst in den Ausstand drängen? Kein Malermeister würde seine Gesellen so behandeln.

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St. Pauli

Es ist saukomisch wie Landrätin Gabriele Pauli, der verknöcherten CSU einen Herzkasper nach dem anderen versetzt. Kürzlich sinnierte sie über eine Ehe auf Zeit, die nach sieben Jahren automatisch abläuft. Das sie damit das „Prunkstück Ehe“ der erzkonservativen Partei angreift ist Berechnung und Provokation, und führte sowohl an den Stammtischen als auch in der Spitze zu den üblichen Reflexen. Unterhaltsam ist es allemal. Fragt sich nur, welches Tabu sie als nächstes zu brechen gedenkt. Vielleicht hat sie ja die Umbennung Bayerns in Südpreussen im Visier, oder denkt darüner nach, das Weißbier abzuschaffen und durch Bionade zu ersetzen.
Es ist ein Fehler, Paulis Äußerungen ernstzunehmen. In Zeiten in denen die Politik sich immer mehr vom Volk entfernt und sich nur noch in irgendwelchen Ausschüssen abspielt, bliebt sie  aber ein wichtiger Farbtupfer im ansonsten grauen politischen Alltag.

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Mal nach den Rechten gucken

Vor ein paar Tagen demonstrierte die NPD. In Frankfurt. Als sei es noch nicht genug, dass die Ewiggestrigen durch meinen Wohnort pilgerten, musste ich auch mitanschauen wie die Kahlgeschorenen durch mein Wohnviertel zogen, praktisch vor meiner Haustür entlang. Das Viertel das ihnen für die Demonstration zugewiesen wurde, der Industriehof in Frankfurt-Hausen, hat genausoviel Athmosphäre wie es sein Name verrät: gar keine. Ringsherum von S-Bahn-Gleisen, Schnellstraßen bzw. Autobahnen umgeben und damit leicht hermetisch abriegelbar, könnte es kaum einen besseren Veranstaltungsort geben.
Dumm nur, dass die Polizei, die mit 8000 Beamten anrückte, nach der Abriegelung des Viertels auch keine Bewohner mehr über die Frontlinie lässt. Nur durch meinen Hundeblick und dem Hinweis, dass die Milch meines eben getätigten Wochenendeinkaufs bald sauer werde, wurde ich über die Demarkationslinie gelotst.
Nachdem die Milch sicher im Kühlschrank stand, lies auch das erste Nazigetöse nicht lange auf sich warten. Ich beschloss einmal nach den Rechten zu schauen, schließlich bekommt man soviel Verwirrte auf einen Fleck nur selten zu Gesicht. An der Demonstrationsstrecke angekommen bot sich jedoch ein jämmerlicher Anblick. Es liefen dort vielleicht 500 Personen, die meisten in einem Alter, in dem andere Jungs in türkischen Gefängnissen hospitieren, und grölten stumpfe Parolen die man nicht einmal akustisch verstand. Vielen stand der Respekt vor den ca. 5000 Gegendemonstranten ins Gesicht geschrieben. Hätte man die Polizei, deren Einsatz angeblich 20 Millionen Euro gekostet haben soll (20 Millionen für 500 Nazis – mir wird schlecht) einfach abgezogen, hätte es für die ach so harten Vaterlandsliebhaber aber ordentlich auf die Mütze gegeben. Vielleicht sollte man das beim nächsten Mal probieren, so schnell komne die Jungs und Mädels dann bestimmt nicht mehr in mein Viertel, vor meine Haustür.  

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