Zauberfüße aus Malta oder 134 – 120 = 7:1

Wie sehr sich eine finanzpolitische Krise auf die fußballerische Leistung einer Nationalmannschaft auswirken kann, zeigt sich an der Elf von Liechtenstein. Die Nr. 120 der FIFA-Weltrangliste verlor gegen Malta, die Nr. 134, mit 1:7. Die maltesische Presse feierte den Mann des Tages, Michael Mifsud, den die Lautern-Fans noch in Erinnerung haben dürften. Trotz Füßen aus Malta traf er gestern fünfmal. Immerhin zwei Tore erzielte er in 21 Spielen in der Bundesliga.

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Wie Omas Mohnkuchen

Beim Spiel der Nationalmannschaft gestern gegen die Schweiz war es wieder da, dieses wohlige Gefühl wie damals in den Spielen unmittelbar nach der WM 2006, als man wußte, egal wer da kommt, er verliert. Gestern verströmte die Mannschaft endlich wieder diese unaufgeregte Siegesgewißheit als wolle sie ihrem Gegner zurufen: „Ihr seid vielleicht Mit-Gastgeber, aber wir sind die Deutschen, der Weltmeister der Herzen, der Topfavorit auf den EM-Titel und wir haben den Jogi, und mit Jogi klappt sowieso alles.“ Endlich sah man wieder, dass formschwache Spiele im Leibchen der Nationalelf aufblühen, ein Lahm, ein Podolski, selbst ein Mertesacker strahlten etwa dreimal soviel Sicherheit aus wie zur Zeit in ihren Vereinen.

Und dann gibt es da diesen Mario Gomez, der nun auch dem letzten Zweifler zeigte, dass die letzte Saison kein Zufall war. Nach überstandener Verletzung ist er nun endgültig zurück, besser als je zuvor. Er hat das Zeug der Superstar der WM zu werden. Seine Ruhe vor dem Tor erinnert an John Wayne vor den Duellen auf der Main Street. Gomez ist sich seiner Sache sicher und strahlt das in jeder Sekunde aus, der Gegner ist quasi dauerverunsichert. Selbst als er sich gestern, kurz vor seinem zweiten Tor, für Bruchteile einer Sekunde selbst in Schwierigkeiten brachte, indem er sich den Ball zu weit vorlegte, blieb er cool. Blitzschnell erkannte er die Situation, entschied sich für Plan B und lupfte den Ball über Benaglio hinweg. Der Gomez 2008 hat das Zeug den Gomez 2007 nochmal in den Schatten zu stellen. Dann käme es noch öfter, dieses wohlige Gefühl.

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Das große Zittern

Lothar Matthäus macht Ernst. Noch sitzt er im Ein-Mann-Kurs für lernschwache Trainerschein-Anwärter, schon bald aber will er wieder auf dem Platz an der Seitenlinie stehen. Im Rande eines an sich harmlosen U21-Spiels sprach er die Sätze ins Mikrofon, die ganz Europa erschaudern lassen. Er werde ab Juli wieder einen Verein übernehmen, so Loddar. Es sei sogar ein Verein mit Perspektive, und nicht mit irgendeiner, nein, mit einer Perspektive im Europacup.

Nun geht das große Zittern los. Hunderte von europäischen Vereinsbossen fragen sich, ob sie nun gemeint wären. Womit um aller Welt hätten wir das verdient, denken sie und wälzen sich schlaflos im Bett hin und her. Die Angst vor Lothar Matthäus samt ukrainisch-bayerischen Topmodel lässt einige Klubs erschaudern. In ihrer Not greifen sie zum letzten, ultimativen Mittel: Sie qualifizieren sich nun absichtlich nicht für den Europacup, dann kann der Lothar sie auch nicht gemeint haben, von wegen Perspektive und so.  

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Was lehrt uns eigentlich der 25. Spieltag?

Frankfurt-Cottbus 2:1
Nach dem Frankfurter Siegtreffer: Schreie allerorten nach dem Videobeweis. Der hätte in diesem Falle aber rein gar nichts genutzt, war es doch selbst im TV schlicht nicht zu erkennen, ob Tor oder nicht. Das Einzige, das weiterhilft: ein Chip im Ball.

Dortmund-Karlsruhe 1:1
Dafür wurde die Abseitsregel erfunden: Um Grobmotoriker Wörns nicht auch noch einen Torerfolg in letzter Minute zu gönnen. 

Bayern-Leverkusen 2:1
Von wegen Titan. Der Olli wurde angeschossen, klare Sache. Klose sollte übrigens überlegen, ob seine Zukunft nicht im Mittelfeld liegt. Er gefiel als Vorbereiter, entsetzte aber als Vollstrecker.

Wolfsburg-Hamburg 1:1
Vier Platzverweise, rassiges Spiel. Macht der VfL etwa wirklich ernst und legt sein Image als Langweiler der Liga ab?

Nürnberg-Bochum 1:1
Zum Leben zuviel…bla bla. Von Heesen wirkt ratlos, ganz Franken befürchtet das Schlimmste und träumt vom Meyer, Hans.

Duisburg-Hannover 1:1
Sorry Zebras, aber wer (1) gefühlte 89 Minuten (2) zu Hause (3) gegen Hannover in Überzahl spielt und keine drei Punkte holt, der, ja, der steigt wohl ab. Ich glaube außerhalb von Meiderich dürfte sich die Trauer in Grenzen halten.

Stuttgart-Rostock 4:1
Die Jungs aus Bad Canstatt gewinnen nun auch ihre schwachen Spiele. Wenn das mal nicht irgendwie nach Champions-League-Quali riecht.

Berlin-Schalke 1:2
Die Fans beider Vereine mögen sich nicht. Warum eigentlich? Beide blau-weiß, beide proletarisch angehaucht, beide irgendwie keine Sympathieträger. Das schreit doch nach Fanfreundschaft.

Bielefeld-Bremen 1:1
Frings war wieder da, aber auch er konnte die zuletzt mangelnde Chancenverwertung nicht verbessern. Ist ja auch nicht sein Job. Am Ende hatten die Bremer sogar Glück, dass Gabriel klammerte.

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Ja, er lebt noch, er lebt noch, er lebt noch…

Bei manchen ehemaligen fußballerischen Emporkömmlingen ist es wie in dem thüringischen Schlager vom Holzmichel. So durfte ich zum Beispiel von den 11 Freunden erfahren, dass ein gewisser Carsten Jancker immer noch lebt. Und viel mehr als das, er trifft sogar wieder. Zugegebenermaßen, nach seinem mäßig erfolgreichen Gastspiel in Kaiserslautern, verlor ich den mecklenburgischen Hünen etwas aus den Augen, wähnte ihn in noch China, in Ermangelung von Torjägerqualitäten vielleicht ja kleine Tibeter vermöbeln in Tibet für Ordnung sorgen. Aber nein, Jancker spielt in Österreich, beim SV Mattersburg. Und das sogar gut. Sein jüngstes Tor gegen seinen Ex-Verein Rapid Wien ließ Erinnerungen an bessere Tage wach werden. Damals war Jancker im Sturm der Bayern der ideale Gegenpart des flinken Giovane Elber. Jancker, obwohl von brachialer Statur, gab seinen Toren immer einen Hauch von Eleganz. Treffer, bei denen er das Netz förmlich zerschoss gab es zwar auch, viel öfter aber lupfte, stupste oder streichelte er den Ball ins Tor. Er war auf seine Art ein Ästhet des Strafraums, wirkte fast vorsichtig im Umgang mit Ball und Gegner. Er war wie der große Onkel beim Kindergeburtstag, der den Kleinen beim Kick im Garten nicht aus Versehen weh tun wollte. Und nach seinen Toren drehte er ab, trudelte langsam aus wie ein Bodybuilder, der vor lauter Kraft nicht laufen kann, und küsste seinen Ring. Carsten Jancker, ein Held meiner Jugend. Hier ein paar Tore von ihm:

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Nackt in Cottbus

Die Tierschutzorganisation PETA hat ab und zu hübsche Ideen. Der Stadt Hamburg bot sie einmal kostenlose Gemüseburger an, wenn sie sich nur endlich tier-ethisch korrekt in Veggieburg umbenennen würde. Wie lange Ole van Beust darüber nachdachte ist nicht bekannt, Hamburg heißt jedenfalls immer noch Hamburg.
Im allgemeinen nerven solchen Fundamentalisten eigentlich nur. Man stellt sich frustrierte Menschen vor, die anstatt den Ehepartner zu nerven, auf irgendjemanden losgehen: Mobilfunkbetreiber, Holzverarbeiter oder eben Fleischfresser.
Einziger Vorteil dieser Tierschützervereine ist, dass sich ab und zu mal eine attraktive Dame nackig macht, während sie ihre Parolen schmettert, wie im folgenden Clip.

Nun hat eben diese Organisation sich der Bundesliga angenommen und deren Stadien auf Vegetarierfreundlichkeit getestet. Ginge es nach PETA hätten die Bratwurst zum Bier ausgedient, musste sie auf dem Weg zum Stadiongrill doch leiden. Stattdessen lobt PETA die Sandwiches, Bagels und Muffins, die Testsieger Bayern München anbietet. Schlußlicht ist mal wieder Energie Cottbus, bis vor kurzem gab es kein einziges fleischloses Angebot, nun kann man immerhin typische Lausitzer Laugenbrezel kaufen.
Die Cottbuser sollten die Brezel wieder aus dem Verkauf nehmen, vielleicht demosntrieren dann ja bald ein paar hüllenlose Topmodels im Mittelkreis des Stadion der Freundschaft – für Quark und Kartoffeln, hübsch.

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CSU vs. Die Linke

Cesar Luis Menotti sagte einmal: „Der rechte Fußball denkt an Gewinnmaximierung, der Linke an die Vermittlung von Lebensfreude.“
Wäre Fußball Politik, so hat die CSU gegen die Linke gespielt – im Halbfinale des Afrika-Cups. Leider haben die Rechten, die Ägypter, gewonnen, 4:1. Mehr Erfolgsmaximierung ging nicht, vier Chancen, vier Tore, viel Glück ob der Abschlussschwäche des Gegners, dazu alle negativen Eigenschaften einer spielerisch unterlegenen Mannschaft, die ein Ergebnis über die Zeit retten will: Reklamationen, freches Zeitspiel usw.
Dagegen versprechen versprechen die Jungs von der Elfenbeinküste wie Lafontaine und Gysi viel. Der Offensivfußball wird auch tatsächlich geboten, leider steht unterm Strich allzuoft ein dickes Minus – ähnlich wie es bei einer roten Wirtschaftspolitik stehen würde.
Am Ende wird wohl es wohl –  wie im wahren Leben – eine Partei der Mitte werden, die den Sieg holt. Kamerun findet die richtige Mischung aus Offensive und Kaltschnäuzigkeit, aus Links und Rechts. Rigobert Song ist Kurt Becks Zwillingsbruder.

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